Retinoblastom
Erklärungen, Erläuterung und Beschreibung eines Arztes
Das Retinoblastom ist ein bösartiger Tumor der Netzhaut und der häufigste im Auge auftretende Tumor im Kindesalter. Frühzeitig erkannt und therapiert, kann eine Heilungsrate von mehr als 95% erreicht werden.
Es ist etwa ein Kind auf 17.000-23.000 Lebendgeburten betroffen, dies entspricht ca. 60 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland. Zu unterschieden ist eine erbliche von einer nicht-erblichen Form. Letztere liegt bei ca. 2/3 der Erkrankungen vor.
Das Retinoblastom tritt praktisch immer vor dem 5. Lebensjahr auf, da das Tumorwachstum nur von einer noch unreifen Netzhautzelle ausgehen kann. Dieser Vorgang kann über längere Zeit symptomlos bleiben.
Nicht selten wird von den Eltern eine weiß leuchtende Pupille vor allem auf Fotos bemerkt, wobei erst fortgeschrittene Befunde auffallen und das Auge dann meist schon erblindet ist. Infolge der Sehverschlechterung kann sich auch eine Schielstellung entwickeln und zu einer Abklärung führen. Immer aber sollte umgehend eine augenärztliche Untersuchung durchgeführt werden.
In Abhängigkeit des Ausgangsbefundes beider Augen wird ein individueller Therapieplan erstellt. Bei der Wahl der Therapie steht grundsätzlich der Erhalt des Lebens über dem Erhalt des Sehvermögens. Nach Abschluss der Behandlung sind langfristig meist engmaschige Kontrollen erforderlich, zunächst in Narkose. Ab dem 5. Lebensjahr ist fast immer eine Untersuchung ohne Narkose möglich.
Eine molekulargenetische Untersuchung erlaubt in vielen Fällen den Ausschluss eines erhöhten Risikos bei Angehörigen eines Patienten mit erblichem Retinoblastom. Bei erhöhtem Risiko für die Entwicklung eines Retinoblastoms ist eine häufige Untersuchung des Augenhintergrundes unumgänglich, um ein bestmögliches Sehvermögen zu erhalten.
Für die Augenklinik
Dr. Jurklies
Weitere allgemeine Informationen über die Augenklinik:http://www.uniklinik-essen.de/augenklinik/
Weitere Informationen zum Retinoblastom gibt es hier:http://www.uniklinik-essen.de/augenklinik/
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