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NEWS - Hilfen in die Kinderzimmer bringen

NEWS - Hilfen in die Kinderzimmer bringen

Erkrankt ein Kind an Krebs, steht es im Mittelpunkt. Doch auch Geschwister brauchen Hilfe, denn wenn sie verstummen, ist das sehr bedenklich.

Die Eltern, Mediziner und Psychotherapeuten rotieren bei der Diagnose Krebs sofort um den kleinen Patienten. So kann der Krebs in den meisten Fällen, bei gut 75 Prozent der jährlich etwa 1800 neuerkrankten Kinder in Deutschland besiegt werden.

„Die Diagnose versetzt viele Eltern wie in Trance“, formuliert Sozialpädagogin Margit Bösen-Schieck, „in so einer Situation wollen gesunde Geschwister ihre Eltern schonen, sie lernen sich zurückzunehmen.“ Doch auch Geschwister brauchen Hilfe, weiß die Leiterin des Geschwister­kindergartens „Kinderplanet“ am Heidelberger Uni-Klinikum. Beim bundesweiten Treffen der gut 60 Organisatoren von „Elternhäusern für Eltern krebskranker Kinder“ der „Deutschen Kinderkrebsstiftung“ lag der 56-Jährigen beim Vortrag und anschließenden Workshop vor allem eins am Herzen: „Ich möchte, dass wenigstens genutzt wird, was an Angeboten besteht.“

„Wenn sie verstummen, ist das sehr bedenklich“
Freizeiten, Gesprächskreise, speziell für Geschwisterkinder geeignete Psychotherapieangebote und sogar einzelne Geschwisterkindergärten an Kliniken – so breit sei die Palette heute. Als die vierjährige Tochter von Bösen-Schieck vor Jahren an Krebs erkrankte, gab es davon nichts. Ihr damals 14-jähriger Sohn musste seine Last alleine tragen, selbststständig sein. „Er hat das geschafft, was ein Glück war. Doch viele Geschwister werden zu Meistern im Runterschlucken, sie machen Entwicklungsrückschritte, zeigen selber Krankheitssymptome. Wenn sie verstummen, ist das sehr bedenklich“, fasst die Sozialpädagogin zusammen.

Nach der überwundenen Krebserkrankung ihrer Tochter war für sie klar, dass sie den Geschwisterkindern helfen wollte. Vor sieben Jahren entstand so die Projektgruppe Geschwister der „Deutschen Kinderkrebsstiftung“. Mit der Stiftung schuf sich der Dachverband der über 40 regionalen Elterninitiativen „Deutsche Leukämie-Forschungshilfe – Aktion für krebskranke Kinder“ ein Instrument, um die Heilungschancen und die Lebensqualität der kranken Kinder zu verbessern. Von der strukturellen Basis – den Häusern, in denen Eltern bei ihren Kindern nah an der behandelnden Klinik leben – expandierten die Hilfen bis in die fernen Kinderzimmer. „Sobald ein Geschwisterkind schulpflichtig ist, hat es keinen Kontakt zu den Hilfen einer Klinik. Es lebt oft bei Freunden oder Nachbarn“, sagt Bösen-Schieck. Darum müsse das Klinikpersonal „wie selbstverständlich“ den Eltern die Hilfen für Geschwister empfehlen, sie ermutigen, deren Bedürftigkeit wahrzunehmen.

Hürden bleiben. Die „Essener Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder“ braucht, wie andere Häuser, wegen des Einzugsgebiets der Uniklinik ein breites Angebot. „Geschwister aus dem weit entfernten Rees erreichen wir mit einem Feriensegeltörn, aber eben nicht mit einem leicht organisierbaren Kinobesuch“, weiß der Vorsitzende Peter Hennig, der sich auf der Tagung der Kommunikation mit Eltern anderer Kulturkreise widmete: „Wir betreuen viele ausländische Eltern. Oft umschreiben sie ihre Probleme. Da braucht es viel Zeit, um die Hilfe genau herauszuarbeiten.“ Doch auch das sei machbar mit genügend Helfern, so sein Fazit: „Viele weitere junge Ehrenamtler, dass wünsche ich mir wirklich.“ (Dieser Artikel ist am 11.04.2011 in der NRZ erschienen. Autor: Anne Wohland) Foto: Elterninitiative, Elternhaus-Treffen in Essen

Hier gehts zur Geschwisterseite der Kinderkrebsstiftung...

Eintrag vom: 11.04.2011
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